user_mobilelogo

Qualisiegel

gefördert durch:

bremen

 

dfb

 

DFL Logo 174990 detailp

 

werder de logo main

 

logo aktionmensch

 

stiftung logo RGB pos

 

werdertutgut

 

TÜV Nord

 

EVZ DTP 4C D HD S klein 

Partner:

Logo Lernort Stadion

Alle Neuigkeiten, Ankündigungen und Termine rund um das Fan-Projekt Bremen e.V.

Zwischen dem DFB und verschiedenen Fangruppen gab es zuletzt immer wieder deutliche Meinungsverschiedenheiten. Warum diese schwer zu lösen sind, erklärt Manfred Rutkowski vom Fan-Projekt Bremen.

Aus den Fankurven schlug dem DFB zuletzt einiger Unmut entgegen. (nordphoto)

Manfred Rutkowski redet nicht lange drum herum. „Die Situation ist angespannt“, sagt der Diplom-Pädagoge vom Fan-Projekt Bremen. Die Auseinandersetzung zwischen der Ultra-Szene und dem DFB sowie der DFL ist nicht neu, im Moment erscheint die Stimmung jedoch noch ein wenig gereizter. Auch am vergangenen Wochenende waren in den Stadien wieder reihenweise Banner zu sehen, mit den Worten „Fick dich, DFB“ wurde gegen Deutschlands höchstes Fußball-Organ protestiert. Einige Werder-Fans drückten in Sinsheim ebenfalls ihren Unmut aus. Es geht um Kommerzialisierung, Pyrotechnik oder Kollektivstrafen – und eigentlich geht es noch um mehr: um Akzeptanz und Respekt.

Zuletzt hatte der DFB signalisiert, mit Ultras ins Gespräch kommen zu wollen, um Probleme zu lösen. Ein Alibi-Versprechen, um Druck aus der Lage zu nehmen? „Die Szene ist da skeptischer als ich“, sagt Rutkowski. „Was sie nicht vergessen hat, ist, dass es eine AG-Fankultur schon gegeben hat. Dort haben sich Vertreter der Gruppen letztlich frustriert zurückgezogen, weil sich der DFB nicht bewegt hat.“ So habe es meist Forderungen gegeben, jedoch kaum ein Entgegenkommen. Rutkowski verweist beispielsweise auf die Freitagabend-Partien, bei denen es ursprünglich keine weiten Fahrtwege für Fans hatte geben sollen. „Das hat genau eine Saison gehalten.“

Eine gewisse Zurückhaltung ist also vorhanden. „Im Moment ist es eine Ankündigung des DFB, die auch von der Szene registriert und diskutiert wird“, erklärt Manfred Rutkowski. „Es gibt aber eben nicht DIE eine Meinung, dafür ist die Szene viel zu heterogen.“ Heißt: Nur weil eine Ultra-Gruppierung etwas gut oder schlecht findet, müssen alle anderen das noch lange nicht tun. Ein Konsens, sowohl vereinsintern als auch klubübergreifend ist daher fast ein Ding der Unmöglichkeit. Nur die wenigsten Gruppen verfügen zudem über eine hierarchische Ordnung, ein Stellvertreter spricht in den seltensten Fällen für seine Kollegen. So weit, so kompliziert. „Die ganze Sache ist daher nicht unmöglich, aber schwierig“, glaubt auch Manfred Rutkowski.

Werder und die Fans: Ein vorbildliches Verhältnis

Immerhin: In seinen 30 Jahren in Bremen hat er erlebt, wie es funktionieren kann. „Das Verhältnis zum Verein ist gut“, hebt Rutkowski hervor. „Werder hatte immer eine eindeutige Position und klare Ansagen – aber es gab stets einen Dialog.“ So habe Werder auch nie pauschal Ultras kritisiert, sondern erst einmal zugehört, was die Beteiligten sagen. Doch diese Beziehung wuchs eben über Jahre. Dennoch empfiehlt er mit Blick auf den DFB: „Als Fan-Projekt-Mitarbeiter sage ich, dass jedes Gesprächsangebot angenommen werden muss. Wenn man von vornherein etwas ablehnt, dann kann ich auch nichts verändern.“

Redebedarf gibt es auch beim Thema Pyrotechnik. „Gerade für viele jugendliche Fußballfans ist Pyro das Ding“, hat Rutkowski beobachtet. „Natürlich wissen sie, dass es gefährlich ist und sie ein Risiko eingehen. Sie würden es aber nie in Verbindung mit Gewalt bringen. Wir reden da über das Abbrennen von Fackeln oder Ähnlichem – und nicht über das Werfen wie in Rostock, das ist ein No-Go.“ Denn gefährden, das wolle niemand, ist sich Rutkowski sicher. „Das sind keine Hasardeure, es geht um Machtspielchen. Fußball wird für Zuschauer immer mehr reglementiert, es gibt zudem viele Kontrollen. Der Block ist dann ein wenig das ,letzte Stückchen Freiheit‘. Sie sagen sich: An diesem Punkt machen wir noch einmal, was wir wollen.“                                                                                                                                                                                                                                                                    Malte Bürger/Weser Kurier vom 23.08.2017

 

 

 

Beliebte Beiträge